Vita 3

 


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5. Signore San Remo

Nicht nur Trikots sammelte Erik in Serie. Das Radsportmonument Mailand- San Remo wurde sein Rennen: Er konnte es 4-mal gewinnen (97, 98, 2000, 2001), dazu kam 99 ein ausgezeichneter 2.Platz - nur Ausreißer Tchmil konnte er nicht mehr stellen. Von den italienischen Medien wurde er daher mit dem Ehrentitel Signore San Remo bedacht. Aber auch schwere Niederlagen mußte Erik bei seinem Lieblingsrennen einstecken. 2002 wurde er durch mehrere Stürze aufgehalten, konnte nicht mehr ans Feld anschließen und kam mit großem Rückstand ins Ziel. Die bitterste Niederlage 2004 verursachte Erik aber selbst: „Der T-Mob-Sprinter hatte den Sieg bei seinem Parade-Rennen in San Remo schon fast in der Tasche, als er sich noch gerade rechtzeitig daran erinnerte, dass er seine Zukunft mehr im humoristischen Bereich sieht. Gedacht – getan – ein kleiner Gasparre-Gedächtnis-Jubler kurz vor der Ziellinie hat noch keinem geschadet…“ (Quelle: cycling4fans, Pechvogel des Monats März 04) Damit bestätigte Erik, dass er sich in seinem Wohnzimmer auf der Via Roma -„San Remo ist so etwas wie meine dritte Heimatstadt"(Quelle: radsportnews.com, März 01)-eigentlich nur selbst schlagen konnte.

6. Auf dem Weg zum Klassikerjäger

Bereits 94 zeigte Erik, daß ihm lange Rennen über 250 km liegen. 97 setzte er seine Siegesserie bei den Klassikern mit Mailand-San Remo und dem großen Scheldepreis fort. Außerdem wirkte sich positiv auf Eriks Ergebnisse bei den Klassikern aus, daß er im Laufe der Jahre seine Bergqualitäten verbesserte. Die Kehrseite der Medaille: Eriks Endgeschwindigkeit litt massiv darunter. In einem Interview 99 sagte Erik " Ich spüre das auch schon, daß ich im Sprint geschlagen werde von Leuten, die mich vor ein, zwei Jahren nicht im Sprint bekommen hätten. Andersrum kann ich bei Klassikern im Finish in den letzten 40- 50 Kilometern sehr viel besser mitgehen als früher. Es ist eine Entwicklung da, aber das geht ganz allmählich, von Jahr zu Jahr." (Quelle: radsportnews.com)

Nicht so gut kamen bei Erik zunächst die belgischen Kopfsteinrennen an: "Wochenlang in Belgien zu fahren bringt mehr Schaden als Nutzen. Ich kann hier nur verlieren, Motivation und Moral."(Quelle:radsportnews.com) Trotzdem sah man ihn regelmäßig bei den Klassikern am Start als einer der ganz wenigen, die sowohl bei Rundfahrten, als auch bei Klassikern antraten – es war wohl eine Haßliebe.

Endgültig als Klassikerfahrer angekommen, war Erik dann 2000. Mit Platz 4 bei der Fladernrundfahrt konnte er zunächst die Führung im Weltcup verteidigen. Dann gelang ihm bei Paris- Roubaix mit dem 3. Platz sogar der Sprung aufs Treppchen. Diese Ergebnisse ließen auf künftige Erfolge auf den Kopfsteinpflastern hoffen. Mit einem weiteren Weltcupsieg beim Amstel- Gold- Race beschloß Zabel die Frühjahressaison und legte den Grundstein für den Sieg in der Weltcupwertung. Der Herbst war dann nicht mehr ganz so golden wie das Frühjahr. So mußte Erik wider Erwarten noch etwas zittern beim Weltcupfinale der Lombardeirundfahrt, doch sein herausgefahrener Punktevorsprung reichte aus: Erik holte sich den Gesamtweltcup.

Das Frühjahr 2001 war etwas verkorkst, Reifenpannen warfen ihn bei den Kopfsteinpflasterrennen weit zurück und so rückte eine Verteidigung des Weltcups in weite Ferne. Dafür konnte Erik das einzige deutsche Weltcuprennen in Hamburg gewinnen. In den nächsten Jahren fuhr Erik immer wieder mal Top 10 Ergebnisse auf den Kopfsteinpflastern ein, aber zu einem Sprung aufs Podium reichte es dann doch nicht. Eine Überraschung gab es dann 2005 bei der Flandernrundfahrt, Erik fuhr ungewöhnlich offensiv, brachte eine Fluchtgruppe zustande, aus der sich dann der spätere Sieger Boonen kurz vor dem Ziel absetzen konnte. Erik verpasste knapp das Podium und wurde 4..

Neben Mailand- San Remo ist der Herbstklassiker Paris-Tours ein besonderes Rennen für Erik. Hier erzielte er seinen ersten großen Erfolg (im übrigen auch der erste Weltcupsieg des Teams), den er 2003 wiederholen konnte. Zum dritten Mal gewann Erik dann 2005 das Rennen – mit Stil verabschiedete er sich vom Team T-Mobile, während das Team diesen ihm gegenüber im Sommer doch deutlich vermissen ließ. Auch bei den deutschen Klassikern konnte Erik glänzen: Rund um Köln gewann er 1996 und 2004, Rund um den Henninger Turm 99, 2002 und 2005.

Ein kurioses Erlebnis hatte Erik beim Halbklassiker Gent-Wevelgem 2000. Rund 25 km vor dem Ziel holte ihn ein entlaufenes Pony namens Tin-Tin vom Rad. Glücklicherweise ging der Unfall für Erik glimpflich aus: "Auf einmal sah mir ein Pferd in die Augen", schilderte er den Vorfall: "Zuerst wollte ich spontan aufspringen, aber dann lag ich auch schon im Graben." (Quelle:Rheinzeitung)

7. WM, Olympia, DM: Vizeweltmeister und deutscher Meister

Seine Klassikerqualitäten kamen Erik natürlich auch bei der Weltmeisterschaft, der deutschen Meisterschaft und den olympischen Spielen zugute. Die deutsche Meisterschaft gewann Erik zum ersten Mal 98. 2003 verblüffte er dann die Konkurrenz, indem er den Titel durch ein 30 km langes Solo holte, am Berg setzte er sich ab und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Außerdem fuhr er zahlreiche weitere Podiumsplätze bei der DM ein. Bei den olympischen Spielen hatte Erik etwas Pech, 92 verfehlte er als 4. das Podium, 2004 fuhr er nur wenige Sekunden hinter dem 3. Ausreißer ins Ziel – etwas Teamunterstützung und er hätte mit Sicherheit eine Bronzemedaille holen können, wenn nicht sogar mehr. Sinkewitz, der das Rennen als Zuschauer gesehen hat, beschreibt im folgenden die seltsame Taktik der deutschen Mannschaft: „Wenn man mit fünf Mann am Start ist, kann man doch nicht erwarten nach 120 km eines Rennens über 220 km das komplette Feld abzuhängen…Die Italiener aus meinem Team, die das Rennen mitgefahren sind, erzählten mir, daß sie sich totgelacht haben über die Taktik der Deutschen…Sich nur auf Ullrich zu versteifen war ein Fehler. Zabel hätte eine Medaille holen können, wenn er im Finale besser unterstützt worden wäre. Der Kurs war zwar schwer, aber nicht so schwer. Es war klar, daß auf dem steilen, aber kurzen Anstieg keine Minutenabstände entstehen würden. Wenn ich sportlicher Leiter gewesen wäre, dann hätte ich für Zabel fahren lassen- und Ullrich als Joker gesetzt.“(Quelle: procycling, Oktober 04) In seinen späteren Jahren seiner Radsportkarriere glänzte Erik mit einigen hervorragenden Ergebnissen und Medaillen bei der WM. Gleich zweimal 2004 und 2006 wurde er Vizeweltmeister, dazu kommt eine Bronzemedaille 2002, sowie ein 5. Platz 2001 und ein 11. Platz 2003.

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